Witches, Bitches, It-Girls

Rebekka Endler

Das gesellschaftsbezogene Sachbuch „Witches, Bitches, It-Girls“ von Rebekka Endler erschien im Mai diesen Jahres unter dem Rowohlt Verlag als gebundenes Buch mit einem Gemälde von Helen of Troy auf dem Cover.

Über 464 Seiten hinweg führt das Buch durch die verschiedenen Epochen der Menschheitsgeschichte und den Schicksalen der Frauen darin. Wie wir Tag für Tag das Patriachat aufrechterhalten, wird in diesem Werk erschreckend simpel erklärt.
Von Pandoras Büchse bis zu Cancel-Culture lässt Rebekka Endler nichts unbeleuchtet und auch nicht ihre bisherigen Erfahrungen als Autorin eingebracht. Dieses Buch ist für alle, die es mögen, gleichzeitig informiert und unterhalten zu werden. Man ist nicht überrascht, doch geschockt gleichzeitig, was das Patriachat in der Vergangenheit schon alles angerichtet hat und was es weiter anrichten wird.

Mir hat das Buch gerade deshalb gefallen, da es auch unbekanntere Geschichten von Frauen aufgreift, die vorher nie wirklich eine Stimme geboten bekommen haben. Durch Rebekka Endlers sympathische Art zu schreiben bleibt man gerne beim Lesen aktiv und kann sich nicht langweilen.

„Die militante Madonna“ von „Irene Dische“

Buchcover: Die militante Madonna

In ihrem neuesten Buch erzählt Irene Dische spannend und mit ein wenig Phantasie aus dem Leben von Charles/Charlotte d’Eon de Beaumont. Der Chevalier oder die Chevalière d’Eon wechselt zwischen Rollen und Geschlechtern, mal ist sie Nonne auf Zeit oder Witwe, mal ist er Kriegsheld und Botschafter. Der Wechsel der Geschlechter interessiert, wie es scheint, die Umstehenden viel mehr als d’Eon selbst. Unter den inquisitiven Umstehenden befinden sich historische Größen wie Pierre Caron de Beaumarchais, Revolutionär und Satiriker, der Klatschjournalist Charles Théveneau de Morande oder Queen Charlotte, bekannt aus Bridgerton. Im Gegensatz zu diesen versteht Dische es, ein so sensibles Thema darzustellen, ohne es zu schwer wiegen zu lassen.

Wir begleiten d’Eon ziemlich direkt durch ein turbulentes Leben, zuerst im Dienste seiner Majestät, dann den Sturz in die Ungnade und zuletzt hin zu einem Arrangement mit den sich ändernden Umständen. Aber trotz der sehr nahen, teilweise fast schon intimen Erzählweise wahrt der Monsieur beziehungsweise die Madame doch noch ihre Privatsphäre. Dem Beruf des Spions alle Ehre machend gibt uns der Chevallier einige peinliche und sehr intime Einblicke in die Leben der Menschen um ihn herum.

Wir erfahren viel, aber nicht alles. Dieses Auslassen von Details, die wie wir durch d’Eon lernen, ja eigentlich nur Nebensächlichkeiten sind, facht nur umso mehr die Wissbegierde an. „Die militante Madonna“ ist ein Buch für Leute die an Geschichte, Geschlechterverhältnissen und deren Geschichte interessiert sind, oder auch für solche die einfach etwas Tratsch genießen können.