„Im nächsten Leben wird alles besser“ von „Hans Rath“

Buchcover: "Im nächsten Leben wird alles besser"

Nach einem Streit mit seiner Ehefrau Kathrin wacht Arnold Kahl in einem fremden Bett auf. Er war sich hundertprozentig sicher sich neben seine Frau gelegt zu haben. Als dann auch noch ein fremder Mann namens Gustav, eine Art Krankenpfleger in sein Zimmer kommt, versteht er die Welt nicht mehr. Wie sich herausstellt befindet er sich nicht mehr in seiner Gegenwart im Jahr 2020 sondern 2045. Arnold hat keinerlei Erinnerungen an die letzten 25 Jahre seines Lebens. Er lebt nun in einer sehr futuristischen Zukunft.

Gustav ist ein synthetischer Charakter, das heißt ein Roboter, der menschliche Eigenschaften besitzt.  Die neu erschaffene „null Krankheit Politik“ wird Arnold nun zum Verhängnis. Durch seine Amnesie hält Professor Baltazar es für angemessen Ihn nach Times Beach zu schicken. Times Beach ist das Leben nach dem Tod, in das das eigene Bewusstsein hochgeladen wird, um ewig weiter zu existieren. Jeder der nicht dem Standard der Gesellschaft entspricht oder keine Lust mehr auf seine sterbliche Hülle hat, kann sich dort hochladen. Arnolds einziger Ausweg sind die Autonomen, eine Gruppe von Menschen, die abseits der ganzen Gesellschaft leben. Zusammen mit Gustav macht sich Arnold auf den Weg sein Gedächtnis wieder aufzufrischen und einen Fluchtplan zu schmieden.

Ich finde das Buch sehr gutgeschrieben, besonders gut gelungen sind die Sprünge zwischen der „Vergangenheit“ und der „Gegenwart“. Außerdem sind die Ansichten des Autors wie die Zukunft aussehen könnte und wie die Menschen aktuellen Problemen entgegenwirken und den Lebensstandard zu erhöhen sehr interessant. Die Wandlung die Arnold im Laufe der Zeit durchmacht wird spannend beschrieben.

19. Juni: Das Gespenst will bleiben

Buchcover: Das Gespenst will bleiben

von Jess Rose

Als Levi mit seiner Familie in das neue Haus zieht, ist er begeistert: Er bekommt sein eigenes Zimmer, und der Garten ist endlich groß genug für ein Trampolin. Und: In dem Haus lebt ein Gespenst! Leider findet Levis Familie das überhaupt nicht lustig. Das Gespenst geht durch Wände, spielt um Mitternacht lautstark Trompete und versteckt gerne Dinge. Deshalb beschließt Levis Familie: Das Gespenst muss gehen! Aber ist das wirklich die beste Lösung?

ab 4 Jahren | Thema: Freundschaft, Vorurteile

Einfach mal was Schönes

"Einfach mal was schönes" - DVD-Cover

Der neue Film von Karoline Herfurth als Regisseurin, indem sie auch die Hauptrolle spielt handelt von Karla, 39 Jahre mit einem unerfüllten Kinderwunsch.

Sie hört ihre biologische Uhr ticken, doch der passende Mann dazu ist weit und breit nicht zu sehen. Als sie sich kurzerhand entschließt nicht mehr zu warten und allein ein Kind zu bekommen, wird alles nur noch komplizierter. Nicht nur, dass sie auf die Unterstützung ihrer Familie verzichten muss, die ihre Entscheidung nicht nachvollziehen kann, sondern ausgerechnet in dem Moment, wo sie sich in ihrer Entscheidung sicher ist, trifft sie Ole. Ole, der perfekt zu ihr passt. Ole, der viel jünger als sie ist und für die Kinderplanung noch genügend Zeit hat. Für was soll sie sich entscheiden; die neue Liebe oder die alten Pläne?

Ein chaotischer, liebevoller Film typisch für Karoline Herfuhrt.  Der den Wahnsinn des alltäglichen Lebens in den verschiedensten Formen widerspiegelt.

Es geht nicht nur um den Wunsch einer Frau, Mutter zu werden. Der Film behandelt allgemein die Beziehungen zu verschieden Familienmitgliedern, und wie wichtig es ist, seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse auch einfachmal an erste Stelle zu setzen. Ganz besonderes hat mich die Beziehung zwischen Karla und ihren zwei Schwester (gespielt von Nora Tschirner und Milena Tscharntke) fasziniert und berührt.

 „Einfach mal was Schönes“, ist herzlich, humorvoll und regt auch zum Nachdenken an. Es lohnt sich auf jeden Fall dem Film eine Chance zu geben und sich nach dem Anschauen einfach gut zu fühlen.

The Shape of Water: Das Flüstern des Wassers

Shape of Water: Das Flüstern des Wassers - DVD Cover

Elisa, eine unscheinbare, stumme junge Frau, arbeitet als Reinigungskraft zur Zeit des Kalten Krieges in einem Hochsicherheitslabor in den USA. Aufgrund ihrer Besonderheit lebt sie allein und Isoliert. Das stört sie zunächst in ihrem sehr strukturierten Tagesablauf wenig.
Bis sie eines Tages zufällig mit ihrer besten Freundin und Kollegin Zelda im Labor eine mysteriöse Kreatur entdeckt, welche in einem Wassertrank gefangen ist. Sie sieht wie dort streng geheime und unethische Experimente durchgeführt werden.
Fasziniert von diesem fremden Wesen, baut Eliza langsam eine Freundschaft zu ihm auf. Heimlich schleicht sie sich gegen die Vorschriften in das Labor und versucht auf ihrer Weise mit dem Wassermonster zu kommunizieren. Als die Kreatur ihr mehr und mehr zu vertrauen scheint und ihre Gefühle sich vertiefen, entschließt sich Elisa zu einer hochriskanten Aktion: Sie will das Wesen unbedingt retten!
Zusammen mit Zelda und ihrem Nachbar Giles versucht Elisa das Wasserwesen aus dem streng bewachten Labor zu schleusen.

„The Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“, ist eine andere Art von Monsterfilm. Der „Außenseiter“ zu sein, oder eine Eigenschaft zu besitzen die einen von Anderen abgrenzt ist nicht leicht. In diesem Film schließen die in dieser Zeit von der Gesellschaft Ausgegrenzten – eine Stumme, eine Afroamerikanerin und ein Homosexueller – eine kleine Gemeinschaft, um einer Kreatur zu helfen.
Was zunächst wie ein surrealer Fantasy Film erscheint, zeigt nach und nach wie wichtig Gemeinschaft ist.

„Wenn ich die Augen schließe“ von Ava Reed

Buchcover "Wenn ich die Augen schließe"

„Ich sehe Erinnerungen, die Bilder sind klar und bunt. Letztendlich sind Sie es, die uns auf ewig bleiben. Flüchtige Fotografen unserer Vergangenheit. Aber wertvoll und besonders werden Sie nur durch eines: Durch das Gefühl, das wir mit ihnen verbinden. Durch das Gefühl, das zu einer Art Musik wird. Einer Melodie, die sich an die Erinnerung heftet.“


Norah hat nach einer Party einen Autounfall, gefahren wird das Auto von einem Freund. Ebenso mit dabei sind ihre beste Freundin und ihr fester Freund. Die anderen sind kaum verletzt, nur Norah trifft es ein wenig härter. Sie muss operiert und in ein künstliches Koma gelegt werden.
Als sie aufwacht, kann sie sich zwar an alles erinnern – doch ihr fehlen jegliche Gefühle zu ihren Erinnerungen. Sie weiß nicht, ob sie ihren Freund wirklich liebt oder ihre Freunde wirklich mag.
Nur Sam, ihren Sandkastenfreund, mit dem sie eigentlich seit Jahren nicht mehr befreundet ist, verbindet sie noch mit einem Gefühl. Deshalb bittet sie ihn ins Krankenhaus zu kommen. Gemeinsam mit Sam entwirft sie eine Liste mit Dingen, die sie „neu“ ausprobieren möchte, darunter beispielsweise, welche Pizza ihr am besten schmeckt oder ob der Kleidungsstil, den sie vor dem Unfall hatte, wirklich zu ihr passt.
Wird Norah wieder zu ihrem „Ich“ vor dem Unfall zurückfinden oder findet sie sich nun das erste Mal wirklich selbst? Und was hat das Ganze mit Sam zu tun?

Die Jugendbücher von Ava Reed haben vor allem eines gemeinsam: Emotion.
Ebenso typisch für sie ist der einfühlsame Umgang mit „schweren“ Themen wie psychischen Erkrankungen o.ä.
Dies ist ihr auch in „Wenn ich die Augen schließe“ wunderbar gelungen. Neben Norahs Selbstfindungsreise werden nämlich auch Themen wie Mobbing und selbstverletzendes Verhalten behandelt.
Fans von emotionalen Geschichten werden definitiv Gefallen daran finden!