„Der große Gatsby“

Der große Gatsby - DVD-Cover

Es ist 1922 als der Nachwuchsautor Nick Carraway (Tobey Maguire, Golden-Globe-Kandidat) sich in New York wiederfindet. Sein Nachbar der attraktive, ambitionierte und geheimnisvolle Millionär Jay Gatsby (Leonardo DiCaprio, Oscar-Preisträger) öffnet dem nachdenklichen Nick Türen in eine Welt voller Glamour, Reichtum und Illusionen. Nichtsahnend führt er Gatsby und seine Cousine Daisy (Carey Mulligan, Oscar-Kandidatin) wieder zusammen die einst träumten zusammen alt zu werden. Zwischen ihnen steht nun Daisy’s blaublütiger Ehemann Tom Buchanan (Joel Edgerton, Golden-Globe-Kandidant)

Die Goldenen Zwanziger dienen als Spiegel, um Gier, Statusdenken und das Streben nach Glück in jeder Epoche zu reflektieren. Die Gedanken und Gefühle sind zeitlos.

Basierend auf den gleichnamigen Roman von F. Scott Fitzgerald, spiegelt der große Gatsby die Probleme unserer Gegenwart in einer überwältigenden visuellen Reise wider mit dem Drehbuch geschrieben von Craig Pearce („Elvis“, „Wie durch ein Wunder“) und Baz Luhrmann („Elvis“, „William Shakespeares Romeo + Julia“)

Der Film von Baz Luhrmann nutzt dabei eine überwältigende visuelle Gestaltung – grelle Farben, opulente Partys, schnelle Schnitte und moderne Musik – um die zeitlose Relevanz der Geschichte klar zu unterstreichen.

Was mich an diesen Film fesselt, ist das Set-Design – jede Szene ist ein Kunstwerk, von den funkelnden Partys bis zu den prachtvollen Villen. Auch die Schauspielerische Leistung ist unglaublich: Jeder Charakter wirkt lebendig und authentisch, besonders Gatsby und Daisy. Die Kombination aus visueller Stärke und emotionaler Tiefe macht den Film für mich unvergesslich.

„Anna Karenina“ von „Leo Tolstoy“

„Anna Karenina“, der weltberühmte Roman von Leo Tolstoy, erzählt die Geschichte einer tragischen Affaire zwischen einer verheirateten Frau und einem Offizier, die sich vor dem Hintergrund der adligen Gesellschaft Russlands in den 1870er Jahren entwickelt. Nach einer schicksalhaften Begegnung im Zug ist für die Beiden kein Leben mehr ohne den anderen möglich, trotz aller religiösen und rechtlichen Folgen, die diese Beziehung mit sich bringt. Wir verfolgen wie Anna und Wronskij sich immer mehr in ihr Lügennetz verstricken und alle die sie lieben mit sich reißen.

Auch aus dem Leben der anderen Protagonisten erfahren wir die kleinen und großen Geschichten des damaligen Lebens, wie Lewin, ein Gutsbesitzer der über die Bauern und die Beschaffenheit seiner Arbeit philosophiert oder Stepan Arkadjitsch (Annas Bruder) und die Probleme in seiner Ehe.

Trotz seines Alters sind die Themen dieses Romans ewig aktuell: Liebe, Reue, Betrug und Gewissen werden von Tolstoy in wunderschöner Sprache beschrieben. Seine Charaktere sind durch Ihre ständig veränderbaren Meinungen und Gefühle umso realistischer, wie echte Menschen werden sie von ihrer Umgebung in ihrem Denken beeinflusst.

Ich hatte schon vorher viel von „Anna Karenina“ gehört und war ein wenig abgeschreckt von den Rezensionen die dieses Buch als langweilig oder hochtrabend beschrieben haben, doch Ich fand es durch die vielen verschiedenen Perspektiven sehr abwechslungsreich und fesselnd. Die Szenen zwischen Anna und Wronskij sind bewegend, ohne sich kitschig oder ausgewaschen anzufühlen, was für mich häufig bei Liebesromanen der Fall ist. Selbst wenn man das berühmte Ende der Anna Karenina schon kennt, lohnt es sich meiner Meinung nach auf jeden Fall, noch das ganze Buch zu lesen.

In der Onleihe als e-Book sowie e-Audio ausleihbar

Giovannis Zimmer

Buchcover: Giovannis Zimmer

von James Baldwin

Goviannis Zimmer, James Baldwins Durchbruchswerk, beleuchtet Angst, Liebe, und die seelische Enge und Vereinsamung die Scham und gesellschaftlicher Druck uns oktroyieren. Dieser Klassiker amerikanischer Literatur hat seit der Mitte des letzten Jahrhunderts nichts an Poignianz verloren.

David ist Amerikaner in Paris, er hat eine abwesende Verlobte und ein klassisch zerrüttertes Verhältnis zu seinem Vater. David ist mit Jacques befreundet, einem einschlägigen Herren leicht vorrangeschrittenen Alters. Als David in einem Etablissement den Barkeeper Giovanni trifft, lernt er diesen, ermuntert durch Jacques und Guillaume, den Besitzer der Bar, näher kennen. Umrahmt von den älteren schwulen Männern, deren Armseligkeit, in Kombination mit Strichern und Alkohol, über ihnen schwebt wie ein Damoklesschwert, beginnen die beiden jungen Männer eine Romanze, David zieht zu Giovanni in dessen Einzimmerwohnung, wo sie traute Zweisamkeit mimen, aber die Unbeständigkeit dieses Glücks und Davids Unfähigkeit zu lieben, drohen stehts eben so sehr wie die Rückkehr seiner Verlobten, Hella.

Giovannis Zimmer ist nicht nur ein Vorreiterwerk queerer Literatur, sondern auch eine Sektion der Prüderie und Verstocktheit des weißen Amerika. Das Buch ist ein immerwiederkehrender Appell gegen die Scham und zur wahren, emotionalen Ehrlichkeit, deren Ermangelung David wieder und wieder seine Mitmenschen verletzen und verraten lässt.

Auch wenn das Buch seinen Ruf als wichtiges Werk queerer Literaturgeschichte zu Recht hat, ist es nicht nur für ein queeres Publikum lesenswert, sondern enthält wichtige Einsichten in sich selbst für jeden möglichen Leser.