The Guy She Was Interested in Wasn’t a Guy At All

Mangacover: "The Guy She Was Interested in Wasn't a Guy At All"

von Sumiko Arai

Bei „The Guy She Was Interested in Wasn’t a Guy At All” handelt es sich um einen Girls Love / Slice of Life Manga, welcher ursprünglich auf Twitter veröffentlicht wurde.

In dieser Geschichte geht es um die wachsende Beziehung zwischen der extrovertierten Aya und dem gutaussehenden Mitarbeiter eines Musikgeschäfts – nur, dass es sich nicht um einen Jungen handelt, wie sie es anfangs glaubt, sondern um ihre Mitschülerin Mitsuki, die wie Aya auf westliche Rockmusik steht. Während die beiden sich immer näherkommen, gibt sich die introvertierte Mitsuki alle Mühe, ihre eigentliche Identität zu wahren, weil sie sich vor der Bewertung ihrer Klassenkameraden fürchtet.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht nicht nur die Romanze zwischen den Protagonistinnen als solche, sondern wie Musik Brücken zwischen den Menschen schlägt und sie miteinander verbindet. Dabei bringt die Leidenschaft für die Musik, die die Charaktere gegenseitig auf charmante Art ausdrücken, auch dem Leser zum Lächeln (besonders, wenn man bereits schon Fan ist von Klassikern wie Pink Floyd oder Nirvana). Dass die Liebe zum Rock auch von der Mangaka ausströmt, spürt man eindeutig.

Nicht nur sind die Interaktionen zwischen den Charakteren witzig und süß geschrieben, auch glänzt der Manga durch seinen wunderschönen Zeichenstil, einzigartig akzentuiert durch seine grünen Farben (deshalb auch im Internet witzigerweise als „the green yuri“ bezeichnet). Durch das kurze Format der Kapitel kommt es zu einem schnellen Pacing, was aber in keiner Weise bedeutet, dass die Story gehetzt wird. Stattdessen animiert es den Leser dazu, das nächste und dann das nächste Kapitel zu verschlingen, und ehe man es sich versieht, hat man bereits einen Band durch.

Letztendlich bekommt dieser Manga eine glänzende Empfehlung an alle Yuri-Liebhaber von mir. Ebenso eignet er sich hervorragend für Neueinsteiger des Genres, da man mühelos in die Story reinkommt.

Animal Crossing – New Horizons

Animal Crossing - New Horizons (Nintendo Switch)

„Animal Crossing – New Horizons“ ist ein Spiel für die Nintendo Switch, welches 2020 erschienen ist. Es handelt sich dabei um eine Lebenssimulation und eine Sandbox, die für jede Altersklasse geeignet ist, sei es für Kinder, Teenager oder Erwachsene.

Für dich, den Spieler, beginnt ein neuer Lebensabschnitt, denn du ziehst in ein neues Zuhause auf eine Insel, die von gehenden, sprechenden Tieren bewohnt wird, alle mit ihrer persönlichen, knuffigen Eigenart. Du kannst deine Insel verschönern, Fische und Insekten fangen, dein eigenes Zuhause dekorieren, Gegenstände selbst zusammenbauen, die Sammlung des lokalen Museums erweitern, Zeit mit deinen Nachbarn verbringen und mehr. Solltest du Freunde haben, die ebenfalls das Spiel besitzen, könnt ihr auch zusammen die Insel des jeweils anderen erkunden.

Lose existiert zwar eine kleine Story – nämlich die Insel ansprechend genug machen, sodass der berühmte Sänger KK dort auftreten möchte – aber sie geht sehr schnell vorbei, und danach ist man frei zu tun, was man möchte. Im Gegensatz zu den Vorgängern ist der Schwerpunkt von New Horizons das Bauen und Terraforming, denn erstmals in der Animal Crossing-Reihe ist der Spieler dazu in der Lage, eigenständig Flüsse, Landmassen und Gehwege zu bauen. Ein neues Feature sind ebenso die Rezepte und das Basteln, denn besitzt man die richtigen Materialien, kann man Tools und Items selbst herstellen. Ist man ein Freund von Kreativität und freier Entfaltung, so ist das die beste Freizeitbeschäftigung, die einem das Spiel zu bieten hat.

Animal Crossing ist eine entspannte, wohltuende Welt, in der man sich vor dem Alltagsstress flüchten kann. Es ist ein Gelegenheitsspiel, das man täglich für ein bisschen genießen kann. Dabei stellt sich ganz natürlich eine Routine ein – prüfen, welche neuen Items Nepp und Schlepp in ihrem Laden anbieten, neue Nachbarn begrüßen, Bäume schütteln, um hoffentlich Sternis oder einen seltenen Gegenstand zu ergattern – auf die man sich jeden Tag freuen kann, besonders nach einem langen, anstrengenden Tag auf der Arbeit oder in der Schule.

Deshalb empfehle ich das Spiel an alle, die einen Gang runterschalten und es langsamer angehen wollen – am besten eingekuschelt in einer Decke mit einer heißen Tasse Tee oder Kakao.

Die drei ??? – Die Auferstehung – von Andreas Eschbach

Die Auferstehung - Buchcover

In „Die Auferstehung“ von Andreas Eschbach erleben wir einen Einblick in eine mögliche Zukunft der Drei ??? in 40 Jahren.

Die Jugendtage sind länge gezählt und der Zahn der Zeit nagt an unseren drei Protagonisten. Runde 40 Jahre nach dem Führen ihrer Detektei erleben wir die drei Fragezeichen – mittlerweile getrennt – in ihrem Alltag. Justus, der nach dem Herzinfarkt seines Onkels das Gebrauchtwarencenter übernommen hat, Peter, der mittlerweile bei Google eine führende Position in der Street-View-Abteilung innehat, und Bob, welcher als Literaturagent seine Brötchen verdient. Auch erfahren wir, dass ein heftiger Streit zwischen Justus und Peter wohl zum Bruch, und letztendlich zur Auflösung des Detektiv-Trios geführt hat. Nichtsdestotrotz scheint die Liebe zu dem Unbekannten immer noch in den dreien zu schlummern. Als Tracy Hitfield, welche vor 7 Jahren bei einem Unglück im Amazonas ums Leben kam, wieder auftaucht, stürzen sich alle drei unabhängig voneinander in die Ermittlungen.

Der Fall an sich ist zwar spannend, und phasenweise sehr packend, nimmt aber eher einen Hintergrundaspekt in dieser Geschichte ein. Primär geht es darum, die charakterliche Entwicklung, die einzelnen Schicksale sowie die erneute Annäherung unserer Protagonisten zu beleuchten. Wir erleben Justus, Peter und Bob in ihren 50ern, zumeist allein, und können ihre Entwicklungen so besser nachvollziehen. Interessanterweise erleben wir auch, wie die drei Eigenschaften des jeweils anderen aufweisen, was für ihre enge Vergangenheit spricht. Das Buch lebt von der Synergie des nicht bzw. ersten späten Aufeinandertreffens der Detektive und lässt sie uns alle in ihrem eigenen Umfeld erleben.

Abschließend kann ich sagen, dass ‚Die Auferstehung‘ für jeden eingefleischten Drei-Fragezeichen-Fan eine absolute Pflichtlektüre ist, aber auch für neue Leserinnen und Leser eine intensive Erfahrung bietet.

Die Mitternachtsbibliothek

Buchcover: Die Mitternachtsbibliothek

Matt Haig

Seid dem 13. August 2020 entführt Matt Haig Lesende in eine magische Bibliothek zwischen Leben und Tod, in der die Protagonistin Nora Seed die Chance bekommt, alternative Versionen ihres Lebens auszuprobieren.

Das Buch hat eine sehr einfühlsame Darstellung von Depression und Sinnsuche, ohne dabei klischeehaft zu sein. Haigs klare und zugleich poetische Sprache macht es angenehm, sich mit Nora zu identifizieren und über die eigenen Lebensentscheidungen nachzudenken. Die Geschichte regt dazu an, den Blick auf das eigene Leben zu ändern und wertzuschätzen, was man hat.

Besonders beeindruckend ist, wie das Buch Hoffnung vermittelt, ohne die dunklen Seiten des Lebens zu verharmlosen. Die philosophischen Fragen rund um Glück, Zufriedenheit und Selbstverwirklichung werden spannend verpackt und regen zum Nachdenken an.

Insgesamt ist „Die Mitternachtsbibliothek“ eine inspirierende Lektüre für alle, die sich mit Sinnfragen beschäftigen und bereit sind, ihr Leben aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Ein warmherziger, tröstlicher Roman, der lange nachwirkt.

„Die Mitternachtsbibliothek“ hat mich echt zum Nachdenken gebracht, da es ein berührender und tiefgründiger Roman ist.

 Die Geschichte von Nora, die zwischen Leben und Tod in einer besonderen Bibliothek steckt und verschiedene Leben ausprobieren kann, fand ich richtig spannend. Man merkt schnell, wie viel sie mit sich selbst zu kämpfen hat und wie schwer es manchmal ist, zufrieden zu sein.

Persönlich hat mir gefallen hat, dass das Buch zeigt, dass man nicht alles perfekt haben muss, um glücklich zu sein. Oft sind es die kleinen Dinge, die wichtig sind. Ich konnte mich gut in Nora hineinversetzen, weil jeder mal Phasen hat, in denen man denkt, das Leben läuft nicht so, wie man will.

Das Buch ist einfach zu lesen und trotzdem berührend – genau richtig, um sich mal zurückzulehnen und trotzdem über wichtige Themen nachzudenken. Für mich war das Buch eine Erinnerung, mehr auf mich selbst zu achten und dankbar zu sein für das, was ich habe.

Ich kann „Die Mitternachtsbibliothek“ wirklich jedem empfehlen, der mal einen anderen Blick auf sein Leben werfen will. Für mich war es eine klasse Mischung aus Spannung und wichtigen Gedanken.

Generation TikTok von Niko Kappe

Generation TikTok - Buchcover

In seinem Sachbuch „Generation TikTok“ analyisiert Lehrer und Influencer Niko Kappe, wie soziale Medien und Künstliche Intelligenz unsere Welt verändern und diese, die Pädagogen und Eltern im Lebensalltag fordert. Dabei ordnet der Autor die Vorurteile und Ängste über die „neuen Medien“ ein und erklärt diese einfach und verständlich. Die Kapitel werden von generelleren Themen wie das Smartphone und die Medienkompetenz immer spezifischer wie zum Beispiel journalistische und politische Inhalte auf TikTok. Zudem kommen auch regelmäßig Expert*innen interviewt für deren Einordnung. Ein roter Faden im Buch ist die Perspektive der Kinder, die diese Medien konsumieren. Zu Beginn des Buches werden Mythen über Smartphones und Digitalsucht mit Beispielen von älteren Medien (Bücher oder Fernseher) entlarvt. Im weiteren Verlauf wird die Erziehung mit den „neuen Medien“ thematisiert und wie es heutzutage nicht möglich ist, aus dem Haushalt oder dem Kinderzimmer fernzuhalten. Ab der zweiten Hälfte des Buches kommen auch die Expert*innen zu Wort und ordnen die Statements zu den jeweiligen Themen (Fake News, Medienpädagogik, Social Media) ein. Am Ende des Buches, werden an die Gefahren von einseitigen politischen und nachrichtenrelevanten Videos plädiert, appelliert aber auch an alle, bei diesen Videos die Fakten gegen zu checken.

Was mir an diesem Buch sehr gefallen hat ist die Einordnung des Sachstandes und dass diese sehr einfach zu verstehen sind. Zudem ist der kleinste gemeinsame Nenner dieser Themen Kinder, Familie und die digitale Welt, weshalb auch sehr lesenswert für Eltern ist. Da Niko Kappe direkt an der Quelle ist (TikTok und Schullehrer), kann dieser es perfekt vermitteln.
Generell würde ich sagen, dass dieses Buch für alle Interessierte an aktuellen Medienkonsum sehr empfehlenswert ist, auch wenn man keine Kinder hat oder nicht mit Kindern arbeitet.

Zeitreisen für Fortgeschrittene

Zeitreisen für Fortgeschrittene - Buchcover

Emily Seymour

Emily Seymour Zeitreisen für Fortgeschrittene ist der 2 Band der Emily Seymour Reihe von Jennifer Alice Jager. Emily Seymour ist ein junges 16 jähriges Mädchen das tollpatschig, kindisch und etwas naiv ist. Aber sie ist auch mutig und loyal. In dieser Fortsetzung müssen Emily Seymour und ihre Freunde erneut durch die Zeit reisen um Ihren Bruder zu retten und um Ihre Feinde endgültig zu besiegen. Sie wissen immer noch nicht genau wem sie vertrauen können und wer heimlich für die Bruderschaft Arbeitet. Das Buch beginnt mit Emily Seymour in Florida ohne ihr Gedächtnis. Sie erlangt es schnell wieder aber jetzt stellen sich viele Fragen auf. Wird sie Ihren Bruder retten können ? wird sie ihre Feinde identifizieren und besiegen können ? und die vielleicht wichtigste Frage: wird sie mit Asher zusammenkommen?

Ich mochte, das Emily Seymour wie ein typischer Teenager herüberkommt mit normalen Problemen und Wünschen. Mir hat besonders gefallen das das Buch bis zum Ende spannend war und es viele Plot-Twists gab die man vorher nicht erwartet hat. Das Buch war unvorhersehbar und Ich mochte die Fantasy-Elemente in dem Buch. Es gab Zeitreisen, Magie, Vampire, Hexen, Nekromanten, und Drachen. Man war sich auch in diesem Buch nie sicher wer Freund und wer Feind ist das hat mir besonders gut gefallen. Jennifer Alice Jager hat es geschafft ein sehr Spannendes und fantasievolles Buch zu schreiben.
Wer ein Spannendes Fantasy-Buch mit etwas Romantik lesen will hat hier die richtige Reihe gefunden.

Afrika ist kein Land

Buchcover: Afrika ist kein Land

von Dipo Faloyin

In dem Sachbuch „Afrika ist kein Land“ von Dipo Faloyin geht es um Klischees und Vorurteile über Afrika. Der Autor zeigt, dass viele Menschen im Westen ein falsches Bild von Afrika haben. Er erklärt, wie diese Vorstellungen entstanden sind und welche Rolle der Kolonialismus und die Medien dabei spielen. Außerdem schreibt er über Menschen, die sich für Demokratie und eine bessere Zukunft einsetzen. Das Ziel des Buches ist, dass die Leserinnen und Leser Afrika besser verstehen und nicht in Klischees denken.

Afrika ist ein großer und sehr vielfältiger Kontinent. Es ist nicht nur Savanne oder Safari. Über 1,4 Milliarden Menschen leben dort in 54 Ländern. In Afrika werden mehr als 2.000 Sprachen gesprochen. Der Kontinent besteht nicht nur aus Armut, Hunger und Krieg. Es gibt auch große Städte, moderne Lebensweisen, Musik, Mode und Politik. Viele falsche Bilder über Afrika entstehen durch alte Vorurteile. Diese kommen oft aus der Kolonialzeit, aus Filmen oder aus einfachen Berichten in den Medien.

Das Buch ist leicht zu lesen. Es ist oft lustig, aber auch ernst. Dipo Faloyin benutzt viele Beispiele und echte Geschichten. Dadurch kann man das Thema gut verstehen. Besonders gut zeigt das Buch, wie unterschiedlich Afrika ist. Man lernt viel über Kultur, Politik und das Leben der Menschen dort. Viele Vorurteile werden erklärt und widerlegt. Manche Texte sind etwas lang oder sehr kritisch, aber das passt gut zum Thema.

Ich finde das Buch sehr gut und empfehle es weiter. Es hilft dabei, Afrika besser zu verstehen und anders darüber nachzudenken.

DUNE: second part

Dune - second part (DVD-Cover)

Nachdem im September 2021 die erste Verfilmung der Romanreihe Dune (1965) von Frank Herbert in die Kinos kam und ein voller Erfolg wurde, kam nach drei Jahren Wartezeit endlich die Fortsetzung „Dune: part two“.

Als das Haus Atreides In Dune: Teil 1, verraten wird, beschließt Paul Atreides (Timothée Chalamet) sich den Fremen anzuschließen, um wie sein Vater zuvor Frieden über den Wüstenplaneten zu bringen. Nach einem wilden Zweikampf besiegt er den stärksten der Fremen, um seine Willenskraft und stärke zu beweisen. Ab da an führt er sie als „Muad’Dib“ durch die staubige Wüste, bereit sich den Gefahren der Welt zu stellen. Der zweite Teil kämpft Paul nicht nur gegen die Harkonnen und deren grausame Herrschaft über Arrakis, sondern auch gegen die politischen Intrigen der Bene Gesserit und der anderen Mächte des Imperiums. Auf der einen Seite wird er sich seiner Schicksalsbestimmung als Prophet weiter bewusst und lernt seine Macht zu nutzen. Auf der anderen Seite wird Paul zunehmend von seiner eigenen Bestimmung und den prophetischen Visionen über die Zukunft gequält, die ihn vor die Wahl stellen, ob er den gefürchteten religiösen Kult um seine Person akzeptieren oder versuchen kann, sein Schicksal zu ändern. Chani (Zendaya) entwickelt sich zu Pauls größter Stütze und eine der Frontfiguren des Wiederstandes.

Der Film überzeugt, wie schon im ersten Teil mit atemberaubenden Wüstenlandschaften, sowie CGI-Effekten die sich nahtlos in die natürliche Umgebung integriert. Besonders beeindruckend sind die epischen Schlachten, die sowohl in ihrer Größe als auch in ihrer Detailtreue überzeugen. Der Wüstensand, die gigantischen Sandwürmer und die prunkvollen Paläste der verschiedenen Häuser wirken lebendig und real, und zieht den Zuschauer in die Welt von Dune hinein.

Dune ist eine fesselnde Gesellschaftskritik und obwohl die Romanreihe von 1965 veraltet zu sein scheint, schafft es der Autor Frank Herbert inszeniert von dem Regisseur Denis Villeneuve aktuelle Themen, wie die Klimakrise und Kriege aufgrund von Rohstoffmangel dramatisch und doch lebensnah darzustellen. Außerdem freue ich mich mehr von Zendaya Maree Stoermer Coleman auf der Leinwand zu sehen, da sie mir mit Ihrem Schauspielerischen Talent aus Serien, wie „Euphoria“ im Gedächnis geblieben ist.

Es wurde bereits verkündet, dass im Dezember 2026 die Fortsetzung in die Kinos kommen soll. Ich freue mich schon darauf!

„Dark Cindrella“ von „Anya Omah“

Buchcover: Dark Cinderella

In dem Liebesroman Dark Cindrella geht es um Sofia, deren beste Freundin Alwa verschwunden ist. Man weißt nicht, was mit ihr passiert ist. Das führt Sophia ins Schloss der Königsfamilie in Skonien, weil Alva dort vor dem Verschwinden gearbeitet hat. Da Sophia nicht einfach warten will, versucht sie, herauszufinden, was mit Alva passiert ist. Deswegen bewirbt sie sich um einen Job im Schloss. Sie will Undercover nach Hinweisen suchen. Zuerst wird die Bewerbung abgelehnt, aber dann bekommt sie doch eine Stelle als Assistentin in der königlichen Bibliothek. Sophia trifft dann Kronprinz Maximilian. Sie empfindet ihn anders, als sie erwartet hat. Er ist freundlich und vielschichtig. Gleichzeitig spürt sie, dass sie Gefühle für ihn entwickelt, obwohl sie sich nur auf ihre Suche konzentrieren wollte. Während Sofia im Schloss nach Hinweise über das Verschwinden von Alva findet, merkt sie, dass es Geheimnisse gibt. Auch über Maximilian. Sofia muss sich entscheiden, ob die Wahrheit über Alva oder ihre wachsendenden Gefühle für Maximilian wichtiger sind. Der Roman findet ein Ende mit vielen offenen Fragen. Es gibt einen Cliffhanger, der neugierig auf den zweiten Band macht.

Was mir an dem Buch gefällt ist, dass Sofia mutig und entschlossen ist. Sie verliert ihr Ziel nicht aus den Augen. Ich finde sie glaubwürdig und sympathisch beschrieben. Außerdem wird die Geschichte sowohl aus Sofias Sicht als auch aus der Sicht von Maximilian erzählt, was mir zusätzlich gefallen hat. Das gibt Einblicke in seine Gefühle und Gedanken, man versteht dadurch besser, warum er so handelt. Die Handlung enthält Mystery-Elemente, welche das Lesen spannend gestaltet. Es gibt Wendungen und viele Hinweise.

Was mir nicht gefällt, ist, dass die Beziehung zwischen Sofia und Maximilian sich etwas zu schnell entwickelt. Gefühle, Nähe und Vertrauen wirken ein bisschen unrealistisch. Außerdem Alva bleibt ziemlich blass als Figur. Man erfährt wenig von ihr, wenig Rückblick und Hintergrund. Manche Nebencharaktere könnten tiefer ausgearbeitet sein.

Yellowface

Yellowface - Buchcover

Von Rebecca F. Kuang

„Yellowface“ erzählt die Geschichte von Juniper „June“ Hayward und Athena Liu, zwei jungen, ambitionierten Schriftstellerinnen, die sich im ersten Jahr an der Yale University kennen lernten und seitdem, lediglich durch äußere Umstände, befreundet sind. June kann Athena nicht besonders leiden, denn sie hat alles, was June nicht hat: einen Mehrbuchvertrag bei einem renommierten Verlag, eine ellenlange Liste mit Preisnominierungen und einen Lebenslauf voller namhafter Künstlerresidenzen. Währenddessen ist Junes Debütroman ein Flop und sie hält sich mit Tutorenjobs über Wasser. Als die beiden eines Abends Athenas nächsten Erfolg feiern – einen Vertrag mit Netflix – stirbt diese auf kuriose Weise, mit June als einziger Zeugin.

Die schnappt sich kurzerhand Athenas unveröffentlichtes Manuskript für „Die letzte Front“, ein historischer Roman, der das chinesische Arbeitercorps im ersten Weltkrieg behandelt, und veröffentlicht ihn unter dem chinesisch klingenden Synonym Juniper Song. Was dann folgt, ist der Ruhm, den sie sich immer gewünscht hat, aber der bringt auch dunkle Seiten mit sich – Twitter-Beschimpfungen, Plagiats- und Rassismusvorwürfe und sogar Morddrohungen. Nun muss June alles tun, um ihre Lüge aufrecht zu erhalten.

Selten war ich beim Lesen eines Romans so zwiegespalten wie bei „Yellowface“. R.F. Kuang hat so geschickt eine Doppelmoral eingebaut, dass ich immer wieder, obwohl ich weiß, dass das, was June da tut, falsch ist, Mitleid für sie empfand. Einerseits will man, dass sie für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen wird, aber andererseits ist es auch spannend zu sehen, wie lang sie ihr Netz aus Lügen noch weiterspinnen kann. Nebenbei schafft das Buch es auch noch, auf satirische Art eine Seite der Buchbranche zu zeigen, über die kaum gesprochen wird:

Wer darf seine Geschichte erzählen? Welche Schriftsteller:innen werden von den Publishern abgelehnt, weil ‚es schon eine Person of Colour gibt‘?

„Yellowface“ ist ein Buch, das mich noch lange, nachdem ich es geschlossen hatte, zum Nachdenken gebracht hat. Und das sind meiner Meinung nach die besten Bücher.