„Prinzessin Fantaghiro – Im Bann der weißen Wälder“ von „Jennifer Alice Jager“

Prinzessin Fantaghiro - Hörbuch-Cover

Prinzessin Fantaghiro ist die Jüngste von drei Königstöchtern und kaum zu bändigen. Die Regeln am Hof ihres Vaters sind ihr zuwider und nur zu sticken und gesittet beim Tee zu sitzen, findet sie langweilig.  Sie reitet viel lieber und liest Bücher. Verbotenerweise streift sie außerdem oft stundenlang in den Weißen Wäldern umher.
Der König schämt sich schließlich so sehr für seine ungezähmte Tochter, dass er ihr verbietet auf den königlichen Ball des Nachbarlandes mitzureisen. Doch Fantaghiro interessiert das nicht. Ohne viel Federlesen schneidet sich die junge Königstochter daraufhin ihre Haare ab und tritt als Stallbursche verkleidet die Reise an. Als sie unterwegs allerdings angegriffen werden, steht sie plötzlich vollkommen allein und nur mit einem Stock bewaffnet dem gutaussehenden Schwertkämpfer Alessio gegenüber – und der hält sie für einen Jungen…  

Bei diesem Buch handelt es sich um eine Märchenadaption. Also eine Nacherzählung und/oder Abänderung eines traditionellen Märchens. Dabei kann auch der Inhalt beliebig abgeändert werden, was in diesem Werk ausgiebig, aber angemessen gemacht wurde.
Ursprünglich stammt das toskanische Märchen von Prinzessin Fantaghiro aus dem neunten Jahrhundert und ist eher unbekannt. Zuletzt wurde eine italienische Märchenfilmreihe in zehn Teilen davon inspiriert. Allerdings startete diese ab 1991 und fand 1996 ein Ende.

2017 hat sich die Bestsellerautorin Jennifer Alice Jager die Geschichte vorgenommen. So ist „Prinzessin Fantaghiro – Im Bann der weißen Wälder“ schließlich in meinen Händen gelandet.
Ich bin mit Märchen aufgewachsen und habe schon als Kind den Zauber dieser Erzählungen gespürt und geliebt. Wundersames geschieht, sie strotzen nur so vor Abenteuern und trotzdem kann man etwas lernen über das Leben, wenn man nur ganz genau hinhört. Dies ist nicht anders bei Märchenadaptionen.
Eines der Hauptthemen im Buch liegt in der Rolle der Frau und des Mannes zur damaligen Zeit: Der Mann zieht voller Mut in den Krieg und die Frau bleibt zuhause und hat schön auszusehen. Prinzessin Fantaghiro muss sich also als Mann verkleiden, um ihr Vaterland verteidigen zu dürfen und als stark angesehen zu werden. Der Prinz verliebt sich in sie und hat erst einmal Panik, dass er schwul sein könnte. All diese Themen sind brandaktuell und werden diskutiert und debattiert. Hierbei sei verwiesen auf die LGBTQIA+ – Bewegung und den nach wie vor existierenden Kampf, wenn Frauen trotz gleicher Stelle und Ausbildung weniger Lohn erhalten als ihre männlichen Kollegen. Jennifer Alice Jager nimmt diese Themen und spinnt sie wie nebenbei in ihre Geschichte ein. Dabei gibt sie der Hauptfigur aber nicht einfach Superkräfte. Prinzessin Fantaghiro zeichnet sich nach wie vor über ihren Mut, ihren starken Willen und ihre Gerissenheit aus. Wo die Autorin an Magie bei diesem Charakter gespart hat, umso mehr liegt ein Zauber über den weißen Wäldern. Was will man mehr?
Ein weiterer Punkt, den ich mag, ist die pure Unvorhersehbarkeit, die einen bis zum Ende mitfiebern lässt. Im Original wirken Märchen oft etwas eingestaubt und damit langweilig. Dieses Buch nimmt den Staubwedel und bringt ordentlich Wind in die Sache. Damit handelt es sich insgesamt um das Beste, das ich seit längerem gelesen habe.

„Heartstopper“ von „Alice Oseman“

Heartstopper - Buch-Cover

Heartstopper ist eine emotionale Graphic Novel geschrieben und gezeichnet von Alice Oseman. Sie dreht sich rund um die Themen Freundschaft und Liebe, aber auch Dinge wie Sexualität, Outing, Mobbing und psychische Krankheiten werden angesprochen.

Im Mittelpunkt stehen zwei Jungs, die auf den ersten Blick vollkommen verschieden sind. Nick ist der Star der Schule, sportlich, klug, gutaussehend und beliebt. Charlie hingegen hat nur eine kleine Freundesgruppe, ist ruhig, zurückhaltend und vor allem schwul. Das weiß auch die ganze Schule. Was passiert also, wenn die Jungs aufeinandertreffen und eine intensive Freundschaft entsteht oder vielleicht sogar mehr?

Für mich ist Heartstopper eine wunderschöne Geschichte, die durch die simplen, aber liebevollen Zeichnungen großartig erzählt wird. Sie spiegelt wider, wie es ist jung und verliebt zu sein, nicht jung und straight verliebt, sondern jung und gay verliebt. Die ganzen Gefühle, die dazu gehören, die Angst, die Unsicherheit, die Verletzbarkeit und Hilflosigkeit, aber auch die Freude, die Erleichterung, das Kribbeln im Bauch und das Gefühl einfach glücklich zu sein, wurden von Alice Oseman wundervoll und realistisch dargestellt.

PS: Wenn dir die Graphic Novel von Heartstopper gefällt, dann kann ich dir nur empfehlen auch die Netflix-Serie „Heartstopper“ anzuschauen. Die ist auch sehr schön und liebevoll gemacht.

geschrieben von Debora Porcher

„Begin Again“ von „Mona Kasten“

Begin Again (Buchcover)

Allie Harper begeht einen Neuanfang. Sie zieht aus ihrer dunklen Vergangenheit weg nach Woodshill, um dort zu studieren. Dort muss sie eine WG finden. Doch das ist nicht so einfach. Bei dem Bad Boy Kaden White, der mürrisch ist und Tattoos hat, will sie aber nicht einziehen. Er hat auch keine Lust auf Mitbewohner. Doch, da es keine anderen Möglichkeiten gibt, muss Allie schließlich bei ihm einziehen. Kaden stellt deswegen Regeln für sie auf. So dürfen sich keine Gefühle entwickeln , es darf keinen Körperkonkakt zwischen ihnen geben und sie dürfen keine Beziehung eingehen. Am Anfang ist das nicht so schwer. Allie lebt sich ein, findet Freunde und die beiden kommen sich näher. Schließlich stellt sich die Frage, ob die Regeln noch einzuhalten sind und die Vergangenheit von Allie und seine Geheimnisse kommen auch ans Licht.

Ich habe mich für das Buch entschieden, da ich die Autorin als auch das Genre mag, sowie das Cover ansprechend finde. Auch die Geschichte an sich klingt spannend und ich finde das Thema mit Geheimnissen und schlechter Vergangenheit interessant . Zusätzlich lese ich gerne Liebesgeschichten.

„Love Hurts von Tina Bremer-Olszewski“

Love Hurts - Buchcover

Es gibt viele Menschen, diese großen Probleme nach einer Trennung haben, sei es der Liebeskummer oder sogar Depressionen sind. Hierfür schrieb Tina Bremer-Olszewski dieses Buch, um uns dabei zu helfen, wie wir mit dem Liebeskummer zurechtkommen und uns selbst Helfen können. Es beginnt mit einer kleinen Einleitung in der erklärt wird, was genau nochmals Liebeskummer ist und woher er kommt. Zunächst werden dann auf die einzelnen Phasen des Liebeskummers eingegangen, wie z.B. der Schock, die Sehnsucht bis hin zu Suizidgedanken, der Verzweiflung und zur Besinnung. Mit vielen Tipps und Selbsthilfe werden Beihilfe geleistet, ebenfalls sind viele Interviews Fachpsychologen eingeführt, um den Prozess zu erleichtern.

Ich finde dieses Buch sehr hilfreich, da es wirklich auf die einzelnen Phasen eingegangen wird und einem immer Tipps gegeben werden. Die Gestaltung ist auch schön, es wurde mit Zeichnungen und passenden Farbakzenten gearbeitet und ebenfalls sind Zitate von Berühmtheiten oder Fachpsychologen eingebaut. Als ich es gelesen habe, wusste ich sofort, dass es wirklich Betroffenen sehr gut helfen und sie wieder auf den richtigen Weg bringen kann.